30. Oktober 2007

Zu Beginn des Coaching-Prozesses wird oft mit dem sog. Fünf-Säulen-Konzept der Identität nach H. G. Petzold* ( Integrative Therapie) gearbeitet. Die Vorteile dieser Methode liegen darin, dass der Coachee sich seiner Identität bewusster wird und erkennt, welche Säulen seines Lebens eventuell in Schieflage geraten sind und wo er aktiv werden muss, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Das Fünf-Säulen-Konzept der Identität geht von einem ganzheitlichen Verständnis aus: Der Mensch (Leib) ist eine Einheit aus Körper-Seele-Geist in einem bestimmten Umfeld (Kontext) und zeitlichen Verlauf (Kontinuum). Demnach ist Identität nichts Festzementiertes, sondern entwickelt und verändert sich im Verlauf des Lebens (Identitätsentwicklung, Identitätskrisen).

Nachfolgend eine kurze Beschreibung der Fünf Säulen, zu denen jede Person in einem ganz bestimmten Verhältnis steht:

  • 1. Säule: Der Leib (Leiblichkeit)
    Diesem Bereich ist alles zuzuordnen, was mit dem Leib (Körper und Geist) zu tun hat, z.B. Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Aussehen, Selbstwertgefühl etc.
  • 2. Säule: Das soziale Atom (soziales Netzwerk)
    Diesem Bereich sind die sozialen Bindungen, Beziehungen, Netzwerke zuzuordnen, d.h., die Menschen, die für jemanden wichtig und bedeutsam sind, denen er wichtig ist, mit denen er zusammen lebt und arbeitet.
  • 3. Säule: Das ökologische Atom (materielle Sicherheit und Eingebundensein in die Um-/Welt)
    Weiterhin wird die Identität beeinflusst von den materiellen Sicherheiten, z.B. Einkommen, Besitztümer, aber auch dem ökologischen Raum, dem sich jemand zugehörig fühlt (Land, Kulturkreis).
  • 4. Säule: Das Tätigsein/ der Beruf (Arbeit und Leistung)
    Vor dem Hintergrund, dass der Mensch den überwiegenden Anteil seiner Wachzeit bei der Arbeit verbringt, wird deutlich, wie wichtig dieser Bereich für die Identität ist. Arbeitszufriedenheit, Erfolgserlebnisse, Freude an der eigenen Leistung wirken sich positiv auf die Identität aus; hingegen können freudloses Arbeiten, Arbeitsüberlastung, überfordernde oder fehlende Leistungsansprüche die Identität nachhaltig negativ beeinflussen und die anderen Säulen in Mitleidenschaft ziehen.
  • 5. Säule: Die Zukunft (Vision, Werte, Lebensphilosophie)
    Die fünfte tragende Säule der Persönlichkeit und Identität betrifft die persönlichen Werte, Normen und Visionen, nach denen sich ein Mensch ausrichtet. Also das, was jemand für richtig und wichtig in Bezug auf sein Hier und Jetzt und seine Zukunft hält, wovon er überzeugt ist, wofür er eintritt und sich engagiert.


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Kommentare

  • 14. Mai 2009 um 12:05 Gardis Jacobus-Schoof

    Sehr geehrte Frau Wolter,
    wo hat der Bereich Hobbies/Interessen Platz im Konzep der fünf Säulen der Identität?
    Mit freundlichen Grüßen
    Gardis Jacobus-Schoof


  • 14. Mai 2009 um 17:40 Dr. Brigitte Wolter

    Sehr geehrter Herr Jacobus-Schoof,

    Hobbies und Interessen sind insbesondere den Säulen 1 (Leib)und 2 (Soziales Atom)zuzuordnen. Sie können aber auch in den Säulen 4 (Beruf) und 5 (Zukunft) vertreten sein. Es soll ja Menschen geben, die in ihrer Arbeit so aufgehen, dass ihr Beruf gleichsam ihr Hobby ist. Und für die Zukunft wünscht man sich ja auch, dass man seine Hobbies pflegen bzw. seinen Interessen nachgehen kann.

    Freundliche Grüße
    Brigitte Wolter



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