27. Mai 2010

Coaching stellt in erster Linie eine professionelle Beratung, Begleitung und Unterstützung von Personen mit Führungs- und Leitungsfunktion sowie von Fachkräften dar. Durch diese Prämisse ist klar, dass Coaching-Anlässe sich vorwiegend aus der beruflichen Tätigkeit bzw. aus der Funktion der Klienten ergeben.

Dabei wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass psychisch gesunde Personen ins Coaching kommen. So weit so gut. Nun kommen vor allem Personen ins Coaching, die sich in irgendeiner Form in einer Schwellensitutation befinden. In Umbruchsituationen kann die körperliche und mentale Stabilität ins Wanken geraten. Wer in einer Krise ist, spürt dies auch in seiner Seele. Und dies schlägt sich in der psychischen Verfassung nieder.

Deuten die Anzeichen darauf hin, dass eine psychische Störung vorliegt und die Selbststeuerung des Klienten nicht mehr funktioniert, ist höchste Achtsamkeit geboten. Ein unklares psychisches Störungsbild ist eine „Kontraindikation“ für Coaching. Seine Behandlung gehört ganz klar in die Obhut von dafür ausgebildeten Experten wie z.B. Therapeuten für Psychotherapie und Psychiatern.

Für den Coach bedeutet das, in Grenzfällen sehr sorgfältig und verantwortungsbewusst zu eruieren, ob es sich um eine akute Überforderung bzw. Krise oder um eine tiefer gehende psychische Störung handelt. Daher gehören zum Methodeninventar eines nicht therapeutischen Coachs auch Grundkenntnisse in Psychologie und Psychotherapie. Therapieren darf ein Coach damit zwar nicht, aber er weiß professioneller mit Grenzfällen umzugehen.
Im Zweifelsfalle gilt: Weiterempfehlen an Psychotherapeut/in oder Arzt/Ärztin.

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