15. Dezember 2011

Mit der Wahl für ein Coachingausbildungsinstitut entscheidet sich der Coachingschüler in der Regel auch für einen speziellen Coachingansatz.

Abgesehen von grundlegenden Kriterien wie Kosten der Ausbildung, Professionalität der Ausbilder und Dauer der Coachingausbildung ist der Coachingansatz das Auswahlkriterium mit der größten Bedeutung für die spätere Tätigkeit als Coach.

Grundsätzlich lassen sich zwei Richtungen unterscheiden*:

  • Autoritärer Coachingansatz
  • Autonomer Coachingansatz

Autoritärer Coachingansatz

Beim autoritären Ansatz stellt der Coach (aus seiner Person heraus = daher autoritär) eine Diagnose und bietet dann ein (Be-)Handlungsangebot. Der Coach muss daher über ein fundiertes, diagnostisches Können verfügen. Da er den Lösungsweg maßgeblich beeinflusst, trägt er auch die Verantwortung für das Ergebnis. Zu den Coachingansätzen mit dieser Ausrichtung zählt z. B. die Neurolinguistische Programmierung, NLP.

Autonomer Coachingansatz

Der autonome Ansatz basiert auf dem konstruktivistischen Verständnis, dass der Mensch aus sich selbst heraus Zusammenhänge in seinen unterschiedlichen Heimatsystemen deuten und konstruieren und deshalb auch selbstständig, d.h. autonom, Veränderungen in die gewünschte Richtung auslösen kann. Klienten werden als autonome Lösungsexperten ihrer Probleme verstanden. In Coachingprozessen mit diesem Ansatz liegt die Ergebnisverantwortung beim Klienten bzw. Coachee, die Verantwortung für den Coachingprozesss beim Coach. Der Coach taucht in das System des Coachee ein, bildet Hypothesen über dessen Lebensbezüge. Dann bringt er den Coachee – ohne zu werten oder sonst wie zu beeinflussen – z. B. durch Feedback, systemische Fragen bzw. sokratische Dialogtechnik zur Selbstreflexion.

 

Beide Ansätze beinhalten anerkannte Methoden für Coaching bzw. Therapie. Die Wahl der Coachingausbildung ist somit eine Grundsatzentscheidung zum Verständnis von Coaching, zur Wirkungsweise und zur Interpretation des Hilfe-zur Selbsthilfe-Prinzips. Der angehende Coach muss sich darüber klar werden, welche Haltung und Rolle er als Coach im Coachingprozess einnehmen möchte und wie er die Rolle des Coachees sieht.

*Quelle: Rolf Meier / Axel Janssen: Coachausbildung – ein strategisches Curriculum. Verlag Wirtschaft & Praxis 2011

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