Montag, 14. August 2006
Für viele, die ein Unternehmen verlassen haben oder kurz davor stehen, sei es nun freiwillig oder unfreiwillig- beginnt eine höchst turbulente Phase einhergehend mit einer interessanten Wahrnehmung: Es ist, als wäre die Zeit während der Beschäftigungsphase stehen geblieben und als hätte sich der Blick in dieser Zeit verengt. So erleben nicht wenige die neue Freiheit als Entdeckungsreise in eine Realität, die sie mit ganz neuen Aufgaben empfängt, für die die Betreffenden noch nicht oder nicht mehr fit genug sind. Der Schritt aus der Komfortzone heraus kann sehr ungemütlich werden, ist aber oft die einzige Chance für Weiterentwicklung und persönliches Wachstum.
Manche stellen sich notgedrungen zum ersten Mal der zentralen Frage nach ihren Zielen und Visionen, wobei sie erkennen, dass ihre Vorstellungen sehr wage sind. Es ist immer wieder verblüffend, wie selbst gestandene Manager/innen bei der Frage nach den persönlichen und privaten Zielen passen müssen. Und so bleibt es nicht aus, dass viele nicht mehr auf dem laufenden sind, weil sie es versäumt haben, den Arbeitsmarkt im Blick zu behalten, sich strategisch auszurichten und zu positionieren.
Spätestens mit der Vertragsauflösung kommen jedoch die Fragen nach dem Wohin, Was und Wie. Das heißt, in der Ausnahmesituation „Kündigung“ kommt dann noch persönliche Entwicklungsarbeit hinzu, was einem seelischen Kraftakt gleichkommt, der an die Substanz gehen kann. In dieser Situation ist es immer von Vorteil, mit Unterstützung eines Coachs, z.B. in einem Outplacement - Coaching, das (oftmals traumatische) Kündigungserlebnis zu verarbeiten, neue Perspektiven zu entwickeln und den nächsten Karriereschritt sorgsam vorzubereiten.
Bewerber/innen, die sich ihre Stärken, Fähigkeit und Interessen sowie ihre beruflichen und privaten Ziele in einem Outplacement - bzw. Karriere-Coaching klar gemacht haben, bewerben sich zudem effektiver und treten in Interviews überzeugender auf als solche, die sich diese Arbeit nicht gemacht haben.
Wichtig ist auch, die neuen Möglichkeiten des Internets und des Networking für das eigene „branding“ und den „back-to work-Prozess“ professionell zu nutzen. Auch hier kann eine Karriereberatung sehr hilfreich sein.
Zunehmend mehr Unternehmen bieten ihren Freigestellten Outplacement Beratung an, quasi dem Prinzip der indirekten Bemühung folgend; denn auch entlassene Mitarbeiter/innen sind für das Reputation Management von großer Bedeutung. Im Zuge der immer dichter werdenden Vernetzung wächst die Wahrscheinlichkeit, dass man sich in anderen Konstellationen wieder begegnet.
Das bedeutet, nicht nur der erste Eindruck zählt sondern auch der letzte. Es lohnt sich für alle Beteiligten, Mitarbeiter wie Arbeitgeber, das zu beherzigen.