Deutsche Arbeitnehmer immer gesünder?!

Samstag, 29. April 2006

Laut Angaben des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) hat die Anzahl der Krankmeldungen im vergangenen Jahr einen historischen Tiefstand erreicht. Demnach sank der Krankenstand der BKK Versicherten (immerhin jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland) auf 3,5 %, was einer durchschnittlichen Fehlzeit von 12,7 Kalendertagen pro Jahr entspricht. Damit wurde der niedrigste Stand seit Beginn der Statistik in 1976 verzeichnet. 2004 betrug die durchschnittliche Fehlzeit noch 13 Kalendertage, 2003 lag sie bei 13,5 Kalendertagen. Als Gründe für den Rückgang der Krankmeldungen werden vor allem die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes angegeben, aber auch Fortschritte in der Medizin und die Tatsache, dass schwere körperliche Arbeit ab- und Kopfarbeit zugenommen hat. Eigentlich eine gute Nachricht - oder?

Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Zahl psychischer Erkrankungen rapide ansteigt, genauer gesagt um 9 %. Fast bin ich versucht, zwischen den abnehmenden Krankmeldungen und der Zunahme der psychischen Erkrankungen einen kausalen Zusammenhang herzustellen. Zunehmender Leistungsdruck und Existenzangst fordern eben auch ihren Tribut. Und eines steht fest: Der Körper findet immer einen Weg, um seine Botschaft zu überbringen. So oder so.

Quelle: Pressemeldung BKK vom 18.04.2006

Abgelegt unter: Allgemein — Dr. Brigitte Wolter @ 11:48

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