Das Tao der Führung
Viele werden aufgrund ihrer Fachkompetenz und Leistung zu Führungskräften befördert ohne sich je für „Führung“ qualifiziert zu haben. Dies geschieht im Learning by Doing‑ Verfahren, bzw. die frisch gebackenen Führungskräfte kommen bestenfalls erst dann in den Genuss von Führungsseminaren, wenn sie schon eine Weile im Amt sind. Das Pferd wird also meist von hinten aufgezäumt.
Da aber gerade am Anfang die Weichen für eine gut funktionierende „Amtsperiode“ gelegt werden, ist es sehr wichtig, sich schon vor dem Antritt der neuen Position das Grundwissen guter Führung anzueignen, z. B. in einem Seminar „Von der Fach‑ zur Führungskraft“.
Einen Schritt weiter geht das Führen aus dem Bewusst-Sein heraus, die Königsdisziplin guter Führung. Eines der schönsten Bücher zum diesem Thema, das ich je gelesen habe, ist das Tao der Führung von John Heider.
Es beschreibt in einfachen, klaren Worten die Hohe Schule der Führung und darf zu Recht als Meisterwerk der Führungsliteratur bezeichnet werden. Menschen, die es Ernst mit ihrem Führungsauftrag meinen, finden in diesem Buch wertvolle Inspirationen und Einladungen zur Selbstreflexion, wie sie vertrauensvoll, achtsam und als Vorbild ihrem Amt gerecht werden bzw. wie sich selbst und andere effektiv führen. Heider’s Buch ist eine Fundgrube an Weisheit, praktischen Führungstipps und Inspirationen für die Führungspraxis.
1 | Hans-Wolfgang
Lao-tse sagt: Der Student des Wissens strebt danach, Tag für Tag zu lernen, der Student des Tao strebt danach, Tag für Tag zu verlieren. Durch kontinuierliches Loslassen erreicht man das Nichtstun. Durch das Nichts-Tun wird alles getan. Wer die Welt bezwingt, tut dies oft durch Nichts-Tun. Wenn man erst dazu veranlaßt wird, etwas zu tun, ist die Welt schon nicht mehr zu bezwingen.