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Corona-Krise bewältigen

Cororna-Krise bewältien

Corona-Krise

Vielleicht fällt es leichter, die Corona-Krise zu überstehen, wenn man weiß, wie grundsätzlich eine Krise verläuft und was helfen könnte, sie zu meistern. Nachfolgend eine Definition zur Krise und ein Modell zum Krisenverlauf sowie einige Gedanken zum Umgang mit der Krise.

Was ist eine Krise?

Das Wort „Krise“ kommt aus dem Griechischen / Lateinischen und bedeutet so viel wie „Trennen“, „Unterscheidung“, „entscheidende Wendung“. Laut Duden bedeutet Krise „schwierige Situation, Zeit, Höhe- und Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung.“

In der Alltagssprache wird der Begriff „Krise“ sehr vielschichtig verwendet. So kennen wir gesellschaftliche, wirtschaftliche Krisen, Umweltkrisen, persönliche Krisen usw. Allen Krisen ist gemeinsam, dass sie eine mehr oder weniger starke Abweichung vom Normalzustand aufzeigen, die als bedrohlich empfunden wird. Eine Situation wächst dann zur Krise aus, wenn sie mit bekannten und bewährten Mittel nicht zu meistern ist, sondern ein neues Verhalten, ein Umdenken und neue Formen der Bewältigung erfordert. Darin liegt auch ihre Chance.

Die vier Phasen einer Krise

In Anlehnung an Verena Kast und Johan Cullberg nachfolgend die vier Phasen einer Krise.

1. Schockphase – Das ist nicht wahr

Ein Ereignis trifft ein, das als bedrohlich wahrgenommen wird. Die Reaktion in dieser ersten Phase ist Wegtauchen, Nicht-Wahrhaben-Wollen der neuen Wirklichkeit.

2. Reaktionsphase – Nicht mit mir

In dieser Phase wird das Ereignis zur Kenntnis genommen, aber noch nicht akzeptiert. Vielmehr kommt es zu Abwehrmechanismen wie Verdrängen und Verleugnen der neuen Wirklichkeit. So ist es z. B. zu erklären, dass einige Menschen die Gefahr einer Corona -Infektion leugnen und so weitermachen wie bisher.

3. Bearbeitungsphase – Ich stelle mich der Situation

Allmählich dämmert es, dass eine aktive Bearbeitung der Situation erforderlich ist. Dazu gehört auch, Ängste und Sorgen bewusst wahrzunehmen, zuzulassen und auszuhalten. Gleichzeitig kommt der Verstand zurück, um Möglichkeiten zur Überwindung der Krise auszuloten. Bedürfnisse, Gewohnheiten und Verhaltensweisen kommen auf den Prüfstand und werden neu gewichtet. Verluste werden nun realisiert, liebgewordene Gewohnheiten eventuell aufgegeben. Dieser Prozess wird oft als sehr schmerzlich empfunden, aber auch als heilsam.

4. Neuorientierungsphase – Ich bewerte mein Leben neu

Diese Phase steht ganz im Zeichen der neuen Erkenntnisse, des Akzeptierens der veränderten Verhältnisse, des Ausprobierens neuer Verhaltensweisen und des Ausgleichs von entstandenen Verlusten. Die innere und äußere Welt ist nun eine andere und sie folgt einer neuen Ordnung.

Corona-Krise als game changer

Mit der Corona-Pandemie erleben wir eine weltweite Krise ungeahnten Ausmaßes, die viele unserer Gewohnheiten in Frage stellt und stark in unser Leben eingreift. Es ist daher ganz normal, wenn wir am Anfang der Corona-Krise ein starkes Aufwallen von negativen Gefühlen wie Angst, Wut und Trauer empfinden. Und es ist menschlich, dass einige Menschen die Krise noch nicht wahrhaben wollen und sich deshalb unvernünftig verhalten.

Mit der Corona-Krise kreativ umgehen

Der erste Schritt zu Bewältigung der Krise besteht deshalb darin, die eigene Befindlichkeit anzunehmen und damit auch sich selbst.

Meditieren hilft nachweislich, den Geist zu beruhigen und Stress abzubauen. Wer noch nicht damit vertraut ist, findet im Internet zahlreiche Anleitungen dazu. Vielleicht ist ja jetzt der Zeitpunkt gekommen, um mit Meditieren anzufangen.

Man kann den Krisen-Stress auch als eine Form der Energie auffassen, die die Natur uns zur Verfügung stellt, um einer schwierigen Lage gewachsen zu sein. Die Frage ist, wie ich mit dieser Energie umgehe. Ich kann sie nutzen, um kreativ zu werden, meine Kräfte und Ressourcen zu mobilisieren, um Neues zu lernen und um gestalterisch aktiv zu werden. Aktiv sein beruhigt den Geist und stärkt das Selbstvertrauen.

Werte leben in der Corona-Krise

Es gibt viele Menschen, die gerade über sich hinauswachsen und durch ihr vorbildliches Verhalten dafür sorgen, dass wir nicht im Chaos versinken. Sie leben Werte wie “Verlässlichkeit”, “Solidarität” und “Hilfsbereitschaft” – um einige wichtige zu nennen – eindrucksvoll vor. Solange es Menschen gibt, die in dieser historischen Krise Haltung zeigen und werteorientiert handeln, besteht Hoffnung, dass wir sie meistern werden. Es kommt auf jeden von uns an, diese Hoffnung zu mehren, aus der Krise zu lernen und an ihr zu wachsen.

Wenn das Corona-Virus eines zeigt, dann, dass jedes Verhalten eine Wirkung bzw. Wechselwirkung hat und sich wie eine Welle über den ganzen Globus ausbreiten kann.